Cartagena Beach

Cartagena Beach

Montag, 8. Dezember 2014

... und jetzt Argentinien

Es verbleiben uns noch ca. 1 1/2  Monate in Südamerika, bevor wir erst einmal wieder nach Deutschland fliegen. Obwohl das noch eine recht lange Zeit ist, fühlt es sich doch bereits wie ein sehr nahes Reiseende an. Eventuell liegt das auch daran, dass wir jetzt Richtung Osten fahren und somit unserem Abflugort immer näher kommen. Der Grenzübertritt war dieses Mal sehr einfach, da die chilenischen und argentinischen Beamten gleich nebeneinander im Grenzhäuschen saßen. Durch ein herrliches Gebirgspanorama fahren wir zu unserem ersten Stopp, der Puente del Inca. Das hat nichts mit den Inka zu tun, hört sich aber besser an als "durch Erosion entstandene Steinbrücke über den Rio Mendoza". Ein beeindruckendes Naturwunder ist es aber allemal. Wunderlich ist auch, dass vor uns eine weite, flache Landschaft liegt, die sich in der sengenden Hitze unendlich weit ausdehnt. Schauen wir in den Rúckspiegel, sehen wir die hohen Berge der Cordillieren mit ihren schneebedecktten Gipfeln, allen voran der 6962m hohe Aconcagua. In Uspallata wollen wir unseren ersten Campingplatz in Argentinien ansteuern und dafür noch etwas einkaufen. Erste kulturelle Erfahrung: Es gibt eine Mittagspause, die unbedingt eingehalten wird und je nach Stadt auch mal bis 18 Uhr dauern kann (Siesta!). Wir finden ein nettes Cafe, in dem uns die lange Mittagspause nichts anhaben kann im Ort, der eigentlich ein Wintersportort ist - zumindest künden die vielen Skier davon, die an der Decke der Casita Suiza lagern. Nach einer ruhigen Nacht auf dem Campingplatz wachen wir zu unserer Überraschung erst um 9 Uhr auf! Seit Santiago ist unser Tagesrhythmus voll auf den Kopf gestellt, da wir deutlich später ins Bett gehen, weil es seeeehr lange hell und v.a. heiß ist. Wir starten nach dem Frühstück mit der Besichtung der Petroglyphen am Cerro Tunduqueral, wo uns der Guard fachkundig eine Miniführung zu den zwischen 3000 und 10000 Jahre alten Steingravuren gibt. Danach fahren wir weiter auf staubiger Piste zum Cerro de 7 Colores, der in wirklich vielen Farben in der Sonne leuchtet. Anschließend geht es weiter nach Mendoza, dem Weinanbaugebiet Argentiniens, wo es den besten Malbec der Welt geben soll.
Nachdem wir den Campingplatz (mit Pool) erreicht haben, sinkt die Attraktivität einer Tour durch die unzähligen Weinberge dramatisch. Sprachen wir am Morgen noch davon, dass wir die Idee mit dem Rad zu den Bodegas zu fahren super fänden, scheint uns eine zu buchende Tour plözlich sehr verlockend, bis wir beschließen, von der Tour Abstand zu nehmen, da es einfach brüllend heiß ist. Wir machen nur einen kurzen Rundgang durch Mendoza, eine Stadt mit vielen breiten Alleen und netten Plätzen, die aber aufgrund des hiesigen Feiertags samt und sonders ausgestorben sind (Mendoza im stand by-Modus). Ein Highlight ist der Versuch, Geld umzutauschen. Wo wir sonst einfach immer zum Geldautomaten gegangen sind, wählen wir in Argentinien ein anderes Vorgehen, da der "offizielle" Kurs 1:8 am Automaten aufgrund der Wirtschaftskrise nicht der beste ist. Wir haben schon in Uspallata im Hotel Dollar zum Kurs von 1:11 getauscht und suchen auch hier ein Hotel auf. Konspirativ sagt die Dame an der Rezeption, dass sie das nicht dürfe, aber wenn wir ihr folgen wollten, zeige sie uns, wo wir tauschen könnten. Wir gehen 10 Meter zu den Hoteltaxis, dort steigt Markus auf Bitten den Fahrers ein. Er lässt den Motor an - wo will er mit Markus hin? Alles gut, er machte den Motor an um die Klimaanlage laufen zu lassen, wie  nett.

Der nächste Tag beginnt mit einem ausgedehnten Frühstück, dann brechen wir auf nach Maipu. Hier, nur wenige Kilometer von Mendoza entfernt, reihen sich die Bodegas aneinander, man hat die Qual der Wahl. Wir spazieren zum nationalen Weinmuseum, das in einer schicken Jugendstil-Villa beheimatet ist. Hier lebten zwei Einwanderer, die vor geraumer Zeit das erste große Weingut in Maipu gründeten und dem Städtchen so zu Wohlstand verhalfen. Nach der privaten Führung im Haus werfen wir noch einen kurzen Blick in die aktuelle Bodega und machen uns auf den Weg in Richtung Osten. Wir wissen, dass die Strecke nach Cordoba zu lang ist um sie in einem Stück zu schaffen, daher haben wir den Nationalpark Sierra de las Quijadas als Platz für die Nacht ausgeguckt. Auf der Fahrt quält uns die Hitze, bis das Wetter sich zu ändern beginnt. Nach einigen kurzen Metern Blindflug durch Sand, der vom stärker werdenden Wind auf die Fahrbahn geblasen wird, braut sich am Himmel viel Dunkles zusammen. Der Wind zieht heftig an unserem Bus und dann geht es auch schon los, ein nicht enden wollender Lärm als Rosenkohl-große Hagelbrocken auf den guten Ben prasseln. Nachdem es in der Nacht noch zwei Wiederauflagen des Gewitters mit vielen Blitzen und Donner gab, war von Hitze nicht mehr viel zu spüren.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Santiago

Wir sind zurzeit in Santiago de Chile und haben unser rollendes Zuhause gegen ein Domizil im Stadtteil Las Condes eingetauscht. Hier wohnen Alban und Maren mit ihrer kinderreichen Familie und haben uns die Tür zu ihrem Zuhause geöffnet. Jasper ist ganz vernarrt in den sechsjährigen Lucian und ist schon morgens im Pool zu finden, wo er rumplanschen kann. Alban ist Leiter des LBI, einer kleinen deutschprachigen Pädagogischen Hochschule, die einst durch eine Initiative der Deutschen Schulen in Chile gegründet wurde, um die Lehrerausbildung in enger Verzahnung mit dem Schulalltag praxisnah aufzubauen. Wir genießen unseren Aufenthalt hier sehr und fühlen uns in der Großfamilie total wohl. Die Innenstadt von Santiago haben wir gestern erkundet, haben leckerste Empanadas zu uns genommen und ich wurde vom chilenischen Fernsehen interviewt. Die Plaza de Armas wurde neu gestaltet und soll in Kürze freigegeben werden, am gesterigen Tag wurden Passanten zu ihrer Meinung befragt, ob die Neugestaltung eine gelungene sei.
Während wir die heißen chilenischen Sommertage im schattigen Garten verbringen, ist unser Ben in der Werkstatt, weil wir seit Bolivien eine nur noch z.T. funktionierende Automatikschaltung haben. Manuelles Schalten funktioniert super, aber das mit der Automatik war schon eine feine Sache... Davon hängt es nun ab, wie viel Zeit wir in Santiago haben, andererseits haben wir bis Mitte Januar auch noch einige Kilometer vor uns, so dass wir hoffen, bald wieder weiterziehen zu können. Heute Abend stehen Weihnachtsmarkt und Adventssingen in der Deutschen Schule Santiago auf dem Plan, mal sehen, wie sich dass bei 30-40°C so anfühlt!
So, wir sind zurück vom Weihnachtsmarkt, und es war sehr schön, auch wenn sich beim Anblick hunderter FlipFlops und Sommerkleider kein Weihnachtsgefühl einstellen wollte. Der Markt war super, es wurden neben Kuchen und Plätzchen Keramik, Textilien, Deko-Artikel und so weiter angeboten, viele Eltern und noch mehr Kinder wuselten im Hof der Schule herum. In der Aula/Turnhalle gab es das Adventssingen, der Musiklehrer kämpfte fröhlich gegen den nie ganz abebbenden Lärmteppich an, der zwischen den Stuhlreihen und ansteigenden Rängen herumwaberte. Das Finale nach 21 Liedern war natürlich "Stille Nacht, heilige Nacht", bei dem in der Halle hunderte Kerzen angezündet wurden und das Deckenlicht ausgeschaltet wurde. An dieser Stelle ergeht ein herzlicher Gruß an Jürgen Meyer, dem bei dem Anblick dieser vielen offenen Flammen in der Halle bestimmt ganz anders geworden wäre!
Der Freitag beginnt frisch, man könnte sagen eisig kalt, denn nach den vergangenen heißen Tagen kann sich die Sonne nicht durch die Wolkendecke arbeiten. Wir spazieren durch Las Condes und besuchen das Pueblito Los Dominicos, eine alte Klosteranlage, in den nun Kunsthandwerk und Cafes ihre Heimat gefunden haben. Auch ein großer Geflügelkäfig ist zu sehen, wo uns ein Pfau mit seinem Federkleid mächtig beeindruckt. Den Aussichtspunkt, um Santiago von oben zu sehen, schenken wir uns, da die Smogglocke, die über der Stadt hängt, die Sicht auf wenige hundert Meter reduziert. Am Freitagnachmittag können wir unseren Ben aus der Werkstatt abholen, das Handicap mit der Schaltung ist nicht behoben, dafür gab es Öl- und Filterwechsel (und vergessene Papiere, wie sich später rausstellen sollte). Am kommenden Morgen wollen wir weiterreisen und der tolle Aufenthalt bei Maren und Alban geht seinem Ende entgegen. Doch ein Highlight gibt es noch: Die Kinder putzen alle fleißig ihre Schuhe und stellen sie vor die Tür, denn der Nikolaus nimmt auch den weiten Weg nach Santiago de Chile auf sich. Jasper putzt zum ersten Mal seine Schuhe zu diesem Zweck und ist doch recht konsterniert, als Marian ihn auffordert, den Schuh dann vor die Tür zu stellen. Am nächsten Morgen dann weiß er zu schätzen, warum Marian ihn dazu drängte. Doch auf dem Weg zur Nikolausüberraschung gibt es ein Hindernis: Es hat vier Beine, heißt Finja und scheut nicht davor, sich in Nullkommanix 5 Schoko-Nikoläuse samt Verpackung einzuverleiben! Nach einem SOS-Brief von Lucian an den Nikolaus ist alles gut, der hat seine Reserven, mit denen er die Kinder erfreuen kann. Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschieden wir uns von Maren, Alban, Juliane, Felipe, Marian, Lucian und Celian (und Finja), die uns herzlich in ihr Haus aufgenommen haben und mit denen wir bezaubernde Tage in Santiago verbracht haben. Wir machen uns über den serptentinigen Paso de los Libertadores auf den Weg in das 6. Land unserer Reise: Argentinien!

Conclusio Chile: Uns wurde gesagt, dass das "wahre Chile" erst südlich von Santiago beginne, so dass wir lediglich einen ersten Eindruck wiedergeben können. Chile hat einen Wirtschaftsboom erlebt, zum Teil auf den reichhaltigen Bodenschätzen der Atacamawüste begründet. Dieser öde wirkende Flecken führte zuerst dazu, dass die Spanier Chile gar nicht kolonialisieren wollten, später hauten sich Peruaner, Bolivianer und Chilenen im Salpeterkrieg die Köpfe ein, um diese Ressourcen zu sichern. Mit diesem Boom einhergehend, kann man in Chile an vielen Stellen die Vorteile einer wohlhabenden Nation erleben: guter Straßenzustand, stabile Internetverbindungen, reichhaltiges Lebensmittelangebot. Andererseits sind damit auch merklich die Preise für Kraftstoff und Lebensmittel gestiegen. Das Reisen in Chile ist im Vergleich zu den bisherigen Ländern recht teuer. Doch auch innnerhalb der Bevölkerung gibt es große Unterschiede: Es herrscht eine große Kluft zwischen dem kleinen wohlhabenden Teil und dem großen Teil, der lediglich mehr oder weniger über die Runden kommt. Infolgedessen hat sich auch das Kriminalitätsproblem (insbesondere in Santiago) vergrößert. Sehr spannend für uns ist die Rolle der "deutschstämmigen" Bevölkerung in Chile. Im 19. Jahrhundert gab es einen regen Zuzug und - man glaubt es kaum - bei dem Anblick von chilenischem Oktoberfest und dem Hören deutscher Weihnachtslieder (inklusive den Berichten von teils recht(s) konservativen Ansichten dieser Gruppe) darf man sich schon einmal fragen, was hier eigentlich die Leitkultur in Chile ist. Und wie groß ist der Integrationswille so mancher Deutschen? Wer möchte, kann gerne einmal googlen, wie die Fahne DES Sportclubs in der Stadt, Sportclub Manquehue, aussieht. Irgendwie wirkt es wie historisch daneben gegriffen, recurriert aber auf das, was Markus im vorangegangenen Satz andeutete. Richard von Weizäcker weigert sich damals beim Staatsbesuch, den Club zu betreten, wenn die Fahne gehisst bliebe - so ging der hohe Besuch am Traditionsclub vorbei.

... bis "V" wie Valparaiso

Unser nächstes Ziel heißt La Serena und unterscheidet sich zur Hochsaison kaum von Benidorm & Co. Noch ist es ruhig, bevor hier Mitte Dezember der Bär steppt. Wir kommen am Nachmittag an und sind etwas erschöpft nach einem langen Tag, stürzen uns in die nächste Mall, um einige Einkäufe zu tätigen und kurven dann wie gehabt durch die Gegend, um einen Platz zu finden. Wir sind im vierten Anlauf erfolgreich und quartieren uns auf einem Campground ein, wo jeder Parzelle ein privates Bad zugeordnet ist, sehr schön. Von La Serena erstreckt sich das Valle Elqui ins Landesinnere, das für seine vielen Sternwarten bekannt ist und auch für guten Pisco (Schnaps, der unserem Trester ähnelt). Im Tal scheint an 300 Tagen im Jahr die Sonne von einem strahlendblauen, wolkenfreien Himmel, beides die Voraussetzung für Observatorien und Trauben - müßig zu mutmaßen, wie das Wetter bei unserem Aufenthalt war.... Mit dicken Fleecepullis und Jacken ausgestattet erhalten wir keine Tickets am Schalter, weil das Observatorium wegen des schlechten Wetter nicht geöffnet ist!
Wir machen dennoch eine Fahrt nach Vicuña im Elqui-Tal, wo wir einen passablen Ort mit gutem Mittagessen, eine mittelschlechte Führung in der Pisco-Destille und eine tolles Rodeo-Turnier antreffen. Die Rodeo-Reiter zu beobachten macht Spaß, auch wenn der Spaß für die gejagten Rinder weniger groß sein dürfte. Jasper findet es toll, weil die Kühe immer "ausbüchsen"... Im Tal finden wir am Abend einen tollen Campingplatz, wo Jasper die ca. 13jährigen Zwillinge der Besitzerfamilie für sich in Beschlag nimmt.
Wir fahren am nächsten Morgen weiter nach Süden und erreichen am Nachmittag Valparaiso, einst größter Hafen und auch heute noch mit zahlreichen Containerschiffen versehen, die 'Hamburg Süd' liegt an prominenter Stelle vor Anker. Die Stadt erstreckt sich über unzählige Hügel, besitzt tausende kleine und große Grafitti-Galerien und wartet mit alten Steilaufzügen, die einen rumpelnd den Berg hinauf oder hinab transportieren. Wir wandern durch die Sträßchen und genießen ein tolles Essen über den Dächern der Stadt mit Blick auf den Pazifik. Nach einem schönen Sightseeing-Tag sammeln wir unsere frisch gewaschene Wäsche ein und verlassen die Stadt in Richtung Isla Negra. Wir entscheiden - in Ermangelung eines Campgrounds - einen Rastplatz an der Autopista anzusteuern, die hier in Chile mit erstklassigen sanitären Anlagen ausgestattet sind. Die heiße Dusche ist großartig, und so schlummern wir und der Ben zwischen allen den großen Fahrzeugen.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Von 'A' wie Antofagasta....

Wir lassen Calama hinter uns und erreichen nach einer langen Fahrt Antofagasta, große Hafenstadt am Pazifik. Der erste Stopp gilt La Portada, einem  Felsentor vor der Küste, dann fahren wir - vorbei an einer Würth-Niederlassung (an dieser Stelle grüßen wir Alex herzlich!) in die Innenstadt. Wir bummeln durch die Straßen rund um die Plaza Mayor, finden in der Fußgängerzone ein schmackhaftes Mittagessen und widmen den Rest des Nachmittags der Suche nach einem Campingplatz. Leider ist es weder das erste, noch das letzte Mal, dass die Suche nach einem Platz Zeit und dadurch Nerven kostet. Im Norden Chiles sind Campingplätze eine Rarität, obwohl wir hier viel mehr einheimische Campingmobile sehen als in allen Ländern zuvor. So endet unsere Suche am Playa Paraiso, der uns erst zum Sonnenbaden und nachher mit der Dusche lockt. Unser Parkplatz an der Promenade befindet sich direkt neben der Stelle, wo sich abends Musiker zum Freiluft-Musizieren treffen, was zu einem privaten Konzert während des Abendessens wird. Später verlegen sie sich darauf, vor allem ein Stück zu üben - da hätten wir dann nichts mehr gegen einen Umzug der Gruppe einzuwenden gehabt! Am Morgen lernen wir, dass der 24 Stunden-McDonalds hier erst um 10 Uhr öffnet und dass es super Frühstücksangebote an der Petrobras-Tankstelle gibt - falls das mit dem 24h-Service anderswo auch mal nicht hinhauen sollte. Wir düsen durch die Wüste zur Mano del Desierto, die 1992 vom chilenischen Künstler Mario Irarrázabal erschaffen wurde. Nach einem lustigen Fotoshooting mit einer chilenischen Frau ziehen wir weiter in Richtung Bahía Inglesa, einem kleinen Badeort am Pazifik. Die Fahrt durch die öde felsige Wüstenlandschaft wird wie so oft durch kleine Kunstwerke und Tempel rechts und links der Straße begleitet, die uns immer wieder erstaunen, denn sie sind z.T. wirklich riesig und fantastisch geschmückt. Der Anlass ihrer Errichtung ist weniger erbaulich, denn es handelt sich um Gräber derer, die an der Straße verunglückt sind, treffenderweise bezeichnet Jasper sie als 'kleiner Friedhof'. Am späten Nachmittag erreichen wir Bahía Inglesa und sind selbst überrascht davon, denn wir waren uns nicht sicher, ob wir diese vielen Kilometer an einem Tag schaffen würden. Wir finden einen großen Zeltplatz mit Duschen, Spielplatz, Grillplätzen und allem drum und dran, nur an Gästen mangelt es noch, denn die Urlaubssaison beginnt hier erst Mitte Dezember. So teilen wir uns mit sehr wenigen den weitläufigen Platz, was ein bißchen spooky ist. Allerdings sorgen diese paar Gäste für recht viel akustische Unterhaltung (Junggesellenabschied?).

Sonntag, 23. November 2014

Iquique und die lange Fahrt durch die Wüste

Wir gönnten uns einen weiteren Tag in Iquique und erkundeten die Innenstadt. Jasper war von dem großen Springbrunnen auf der Plaza Prat ganz angetan, uns gefiel die Fußgängerzone, die von Holzhäusern wie aus einer Westernstadt gesäumt war. Das Highlight war der improvisiert anmutende Fischmarkt, wo sich eine Reihe von Seelöwen und Pelikanen angesammelt hatten - warum selber jagen gehen, wenn es auch einfacher geht?
Jasper, der sich durch großen Geiz und Zurückhaltung auszeichnet, wenn es um die Vergabe von Küßchen an seine durchaus als attraktiv zu bezeichnenden Eltern geht, knutscht die Camplingplatzbesitzerin, nachdem diese ihm Spielzeugflugzeuge schenkte. Was das Autofahren in Chile betrifft, so ist auch das wie Zuhause: Gehupt wird nur im Notfall, rote Ampeln sind richtig rot und an Zebrastreifen wird angehalten - dass bedeutet für uns nach 4 Monaten eine kleine Umstellung! Außerdem ist Chile das erste der südamerikanischen Länder, in dem wir häufig solarbetriebene Straßenbeleuchtung sehen und auch das ein oder andere Feld von Windrädern. Auf dem Weg durch die Atacama-Wüste, die als die trockenste der Welt gilt und sich über den Norden des 4300km "langen" Landes ersteckt, sehen wir außer einigen Sandtornados nicht viel, bis wir Chucuicamata passieren: die größte Kupfermine der Welt. Wir fragen beim Tanken den Tankwart, ob es einen Aussichtspunkt gäbe, von wo man die Mine sehen kann. Wir folgen seiner Beschreibung und biegen nach kurzer Fahrt unwissentlich auf das Privatgelände der Mine ab, vorbei an riesigen Bergbau-LKW, deren Räder allein schon so groß sind wie unser Bus hoch ist. Dass wir dort, wo wir sind, gar nicht sein dürften, darauf weisen uns zwei mit Blaulicht heranrauschende Mitarbeiter der Bergbaufirma hin! Mit Blaulicht werden wir zum Ausgang eskortiert, man wünscht uns eine gute Fahrt und schon sind wir wieder auf der Straße. Chile verdankt den größten Teil seines Wohlstands dem Bergbau, allen voran dem Abbau von Kupfer (55% der chilenischen Exporte sind Kupfer), und wir werden auch in den folgenden Tagen immer wieder viele, viele Minen passieren.
Am Nachmittag erreichen wir dann San Pedro de Atacama (auf ca. 2500m), ein 5000 Seelen-Dorf, dass sich ganz dem Tourismus hingibt. Hier erfahren wir, dass es Kindern unter 7 Jahren angeblich gesetzlich verboten ist, die Sonnenaufgangstour zum Geysir El Tatio zu machen, weil es in kurzer Zeit zu weit hoch und wieder runter ginge. Unser Hinweis, dass wir durch Peru und Boliven gereist sind und oft innerhalb weniger Stunden viele tausend Höhenmeter zurücklegten, zählt nicht. Chilenen sind ja so preußisch! So beschließen wir, dass Markus am übernächsten Tag alleine um 4:30 Uhr morgens an der Tour teilnimmt (später mehr dazu). Den Abend verbringen wir am Mirador des Valle de la Luna, wo der Sonnenuntergang nur halb so spektakulär ist wie erwartet, dafür gibt es sehr angenehme Gesellschaft: Schon tagsüber fielen uns VW-Fahrzeuge mit Braunschweiger Kennzeichen auf, deren Fahrer wir nun kennenlernten. Ein Team aus der Abteilung Forschung und Entwicklung hat die Aufgabe, neue Fahrzeug zu testen, und es gäbe kein Land, in dem sich in kleinen Radius so viele Testregionen abbilden lassen wie hier. So hat VW 57 Fahrzeuge hierher geflogen, damit die anwesenden Ingenieure und Techniker die Motoren auf ihre Hitze-, Kälte- und Höhentauglichkeit testen. Ich glaube, ich habe  einen Traumjob für das nächste Leben gefunden! Der Abend mit Jörg und seinen Mitarbeitern ist super - zum Abschied erhalten wir den Wink mit dem Zaunpfahl, dass unser nächster Bus dann aus Wolfsburg kommen sollte - und fortan winken wir ekstatisch, wann immer Braunschweiger VWs unseren Weg kreuzen.

Nach einer windigen Nacht im Valle brechen wir am Morgen auf zu den Lagunen, von denen es viele im Altiplano gibt und die rundherum von Vulkanen gesäumt sind. Chile liegt im sog. Ring of Fire, eine Zone hoher seismischer Aktivität, da hier die südamerikanische und die Nazsca-Platte aufeinander treffen. So kommt Chile zu unglaublich vielen Vulkanen (10% der Vulkane der Welt liegen hier), von denen 150 aktiv sind und dies durch z.T. imposante Rauchfahnen unter Beweis stellen. Die hoch gelegenen Lagunen im Salar de Atacama sind Zuflucht für viele Zugvögel, die hier überwintern sowie für einige Flamingo-Arten, die im salzigen Wasser nach ihrer Leibspeise Brine-Shrimps fischen. Die langbeinigen Gesellen kann man von Nahem beobachten, wenn man zur Lagune Chaxa fährt. Dort haben wir sie auch erstmals fliegen sehen, meist zu zweit, denn Flamingos leben monogam.

Auch wenn das mit der Höhe sich als nebensächlich herausstellte, so war es richtig, Jasper nicht mitzunehmen. Die Geysir-Tour startet früh um 4:30 Uhr und beginnt mit einer zweistündigen Ruckelfahrt über Schotterpisten zum Geysirfeld El Tatio, eines der höchsten der Welt. Zwischen 6 und 8Uhr raucht, sprudelt und blubbert es kräftig aus vielen Erdlöchern und es ist schweinekalt, ca. -7°C. Wasser kocht aufgrund der Höhe hier schon bei 85°C, und es ist kaum zu glauben, dass in den Wasserlöchern Bakterien leben, die Temperaturen von 85°C und mehr vertragen können. Nachdem die Sonne sich ihren Weg gebahnt hat und ein Frühstück serviert wurde, wird es warm und die Tourteilnehmer lassen sich zu einem Bad in dem  ca. 30°C warmen Thermalbecken hinreißen, ein willkommener Kontrapunkt zum frostigen Tagesstart. Anschließend setzt sich die Tour fort, macht hier und da noch einen Fotostopp sowie den obligatorischen Souvenir-Stopp in einem der Altiplano-Dörfer. Am späten Vormittag kehrt Markus zurück und wir machen uns auf den Weg zurück nach Calama, wo wir im Supermarkt auf Lamberto aus Italien treffen, der auch auf dem Campingplatz wie so oft unser Nachbar sein wird.

Freitag, 21. November 2014

Chile - Land Nr. 5

Der Grenzübertritt war eine kurzweilige Angelegenheit und die Beamten auf beiden Seiten sehr freundlich. Der Übergang Chugara liegt auf ca. 4.600m in direkter Nachbarschaft des Vulkans Sajama, dessen umgebender Nationalpark auf chilenische Seite Lauca heißt, wo erneut viele Flamingos zu sehen waren. Hier oben weht beständig eine steife Brise, die Sonne scheint und es ist kalt. Wir fahren auf zunächst recht löchriger Straße, die sich zu einer schönen Serpentinenroute wandelt. In Putre machen wir eine Mittagause, wo wir auf dem malerischen Marktplatz des kleinen Aymara-Städtchens zwei fleißige Radfahrer treffen, die seit 1,5 Jahren im Sattel sitzen und von den Staaten bis hier her geradelt sind - und ihr Ziel ist Ushuaia in Feuerland. Aus der großen Höhe des Grenzübergangs rauschen wir innerhalb weniger Stunden entlang der Ruta del  Desierto auf Meereshöhe runter, wo wir in Arica unser erstes Quartier in Chile aufschlagen wollen, was sich nicht als so einfach herausstellt. Schließlich parken wir den Ben an der Strandpromenade, wo wir am nächsten Morgen ein feines Frühstück am Strand haben. Wir stocken unsere Vorräte auf, waschen den Bus und machen uns auf den Weg nach Iquique. Wieder folgen wir der Ruta del Desierto, die ihrem Namen alle Ehre macht, es ist trocken, heiß und sehr weitläufig, begleitet werden wir von kräftigem Wind, der auf dem trockenen Boden Sandtornados entstehen lässt. Unterwegs machen wir noch Halt bei "El Gigante", einem riesigen Scharrbild auf einem Berg, von dem man sagt, es stelle einen Gott dar, der vom Titicacasee aus in Richtung Küste wanderte, den Menschen Kulturtechniken beibrachte, um dann ins Meer zu gehen und zu sterben. Zweiter Stopp ist die aufgegebene Stadt Humberstone, die zu Boomzeiten der Salpeter- und Nitratgewinnung gebaut wurde und später, als man Nitrat künstlich herstellen konnte, von einem Tag auf den anderen verlassen wurde. Inzwischen zählt es als UNESCO-Weltkulturerbe und versprüht einen morbiden Charme mit seinen alten Wohnhäusern und Indusrieanlagen, deren durchlöcherte Wellblechdächer die Vergänglichkeit des Wohlstandes unterstreichen.

Iquique - seit langem mal wieder ein richtiger Campingplatz: In Iquique geben wir uns zunächst dem süßen Nichtstun hin, trudeln dann durch die Stadt, v.a. dem Markt, wo es ein formidables Mittagessen mit Fisch und Meeresfrüchten gab. Unsere nächste Station ist die zollfreie Shopping-Mall, mehr ein Tempel des Konsums, der mit reduzierten Preisen und einem großen Eis lockt. Bisher fühlt es sich in Chile ein bißchen wie zuhause an, vertraute Standards beim Essen und in puncto Hygiene, großes Warenangebot und leider auch gleiches Preisniveau wie zuhause. Etwas merkwürdig mutet für uns derzeit die ganze Weihnachtsdeko an und die Beschallung mit Weihnachtsmusik in den Läden, wo draußen hochsommerliche Temperaturen herrschen und allein der Gedanke an Schokolade diese sofort schmelzen lässt. Wir bemühen uns außerdem weiterhin darum, Cappucino zu trinken, aber so recht will es uns nicht gelingen - auch gestern im Cafè bekam Markus zu einem wirklich köstlichen Käsekuchen eine schwarzen Kaffee unter einem riesigen Berg pappsüßer Sahne kredenzt. Aber leckeren Wein haben wir bereits gefunden!

Mittwoch, 19. November 2014

Ganz viel Salz

Unser Aufenthalt in Potosì währt nicht lang, da wir keinen geeigneten Stellplatz finden. So gibt es nach dem Mittagessen einen kleinen Stadtrundgang inkl. Artesanias-Shopping, Kaffee und Kuchen und dann die Weiterfahrt zum "Ojo de Inca", einem 30°C warmen Kratersee, der für uns zur Badewanne wird. Der Platz ist ruhig gelegen, die Besitzer sehr freundlich und die Nachbarschaft mit Rainer und Margit sehr angenehm. Am nächsten Morgen hält es Jasper kaum im Bus aus, weil er unbedingt noch einmal baden muss, das anschließende ausgedehnte Frühstück rundet den Morgen ab. Die recht neue Straße nach Uyuni führt uns kurvenreich durch die wüstenhafte Hochebene, die hin und wieder mit tollen Canyons und Steinformationen aufwartet. Da hier in der Region offensichtlich karnevalistische Energien fließen, wird uns nach dem abendlichen Straßenumzug in Sucre zum zweiten Mal ein feines Schauiel geboten: Auf einer Talbrücke inmitten von Nichts sind Tänzerinnen und Musiker zu sehen! Was uns auf der Route am meisten begeistert, ist jedoch die Tatsache, dass die Strecke dank der neuen Straße nur 200km lang ist und nicht 456km, wie unser GPS weißsagte. In Uyuni angekommen, macht sich ein Gefühl wie beim Schauen eines Westernfilms breit: Es herrscht sengende Hitze, wir haben Hunger, den wir mit mäßigen Sandwichs bei miesem Service stillen, in der Mehrzahl geschlossene Läden und Lokale - es fehlen nur durch die Straßen rollende Tumble Weeds. Bei uns entsteht der dringende Wunsch, nicht länger als nötig hier zu verweilen, und so beschließen wir, unsere Vorräte aufzufüllen und die Nacht auf dem größten Salzsee der Erde zu verbringen. Der See ist auch Teil der Strecke der Rallye Dakar, die vor einigen Jahren nach Südamerika umgezogen ist. Der Weg bis zum Ufer ist eine grottenschlechte Staubpiste, aber einmal auf dem See, fährt es sich sehr gut. Mir ist zunächst etwas mulmig, den irgendwie ist es komisch zu wissen, dass wir auf einer Salzkruste unterwegs sind, und die Ojos (Augen) im Boden zeigen, dass darunter Wasser ist. Aber dann geht es gut voran, wir folgen den gut ausgefahrenen Wegen und der groben Himmelsrichtung, die uns das Navi angibt, Schilder gibt es hier keine. Nach kurzer Zeit passieren wir das erste Salzhotel und fahren dann unserem Ziel, der Isla Inca Huasi, entgegen (wir empfehlen für diese Strecke die musikalische Untermalung mit Kings of Leon und Kasabian). Gegen 18Uhr erreichen wir den Parkplatz, die letzten der vielen Jeeps der Touranbieter verlassen die Szenerie, und wir haben noch Gelegenheit, uns ein wenig umzuschauen, bis wir zu einem echten Highlight eingeladen werden: Ein Volleyball-Match auf dem Salar de Uyuni bis zum Sonnenuntergang! Nach einer Stunde Sport mit viel Lachen packen wir das improvisierte Netz (ein Draht zwischen zwei kleinen Fahnenmasten) ein und verabschieden uns von den Leuten, die auf der Insel leben und arbeiten. Am nächste Morgen erwachen wir und stellen fest, das wir nicht alleine sind: Zahlreiche Jeeps haben ihre Touristen zum Frühstück an die Campingtische der Isla gefahren. Wir wickeln uns in (wie sich rausstellt) viel zu warme Jacken und viel Sonnencreme ein bewaffnen uns mit Sonnenbrillen und besteigen die Insel, die uns mit schroffem Gestein und riesigen blühenden Kakteen begeistert. Nach einem leckeren Frühstück geben wir uns dem Vergnügen hin, auf der großen Salzfläche Fotos zu machen. Nun geht es zurück nach Uyuni, wo wir nach einem Mittagessen im Comedor des Marktes - wir haben uns für Pollo Picante und gegen Pansen bzw. Lama-Frikasee entschieden - noch den Friedhof der Lokomotiven besuchten. Nun sind wir wieder zurück am Ojo de Inca, denn in Potosì konnten wir ja schon vor einigen Tagen keine Unterkunft finden und außerdem liegt der Platz an der Straße nach Oruro, das wir morgen ansteuern werden. Auch wenn Uyuni eher schrecklich ist, hat uns der Ausflug zum und die Übernachtung auf dem Salar de Uyuni sehr begeistert, es ist eine der surrealsten Landschaften, die wir bisher gesehen haben. Auch dass wir mit unserem Ben hingefahren zu sind, war gut, denn erstens war es gut zu bewältigen und zweitens wäre eine gebuchte Tour im Jeep mit Jasper bestimmt auch nur mäßig gut gewesen. Damit sind wir auch bereits auf die Zielgerade unseres Bolivienaufenthaltes eingebogen.
An unserem vorletzten Tag macht Bolivien uns den Abschied leicht, denn erstens haben wir viele Kilometer vor uns (die zum Teil noch im Ausbau befindliche Straße ist super, wohl die beste in Bolivien), zweitens ist Oruro nicht das, was man eine freundliche Stadt nennt, drittens haben die Marktfrauen dort den Charme, der dem der Mitarbeiter russischer Verkehrsbetriebe ähnelt und viertens lässt sich kein anderer Platz für die Nacht finden als die Tankstelle in Patacamaya. Der nächste Tag beginnt super, wir sind um 6:55 Uhr gestartet und haben eine tolle Fahrt zur chilenischen Grenze. Wir passieren den Nationalpark Sajama mit dem gleichnamigen Vulkan (6.520m hoch), der mit seinem schneebedeckten Gipfel ein atembaraubendes Panorama bietet, dazu eine Lagune mit Flamingos. An der Grenze kommen wir gut zurecht und werden schnell an die chilenischen Kollegen weitergeleitet.

Conclusio Bolivien: Nach drei Wochen lässt sich sagen, dass wir an Bolivien seine landschatliche Vielfalt schätzen, obwohl wir nur einen Teil des Landes gesehen haben. Es ist ein Land, in dem das Reisen insofern angenehm ist, als dass das Preisniveau niedrig ist, allerdings heißt das auf der Kehrseite, dass man an vielen Stellen eben einfach merkt, dass es das ärmste Land in Südamerika ist. Die Mittagspause wird von allen bisher besuchten Ländern hier am ausgiebigsten zelebriert, über die Mittagszeit ist hier in Orten nichts zu wollen, da 80% der Geschäfte geschlossen haben, zum Teil bis 16:00 Uhr. Super sind hier die Salteñas, pikant gefüllte Teigtaschen, die hier oft als Vormittagsnack gegessen werden. Seltsam ist hingegen, was hier alles unter dem Namen "Cappucino" firmiert, da ist alles drin von dem, was bei uns ein Espresso Macchiato ist bis hin zu ungenießbarem schwarzen Kaffee, der unter einem riesigen Berg pappsüßer Sahne zu finden ist. Die Benzinregelung basiert auf dem nachvollziehbaren Ansatz, dass Ausländer mehr bezahlen müssen (geht in Ordnung). Ob es der dreifache Preis sein muss, sei dahin gestellt, dass der administrative Mehraufwand für den Tankwart (Extradeklaration und Einzahlung bei der Bank) aber dazu führt, dass man lieber heimlich zum niedrigeren Preis Kraftstoff mit dem Mund ansaugt oder die Kameras für 3 Minuten abschaltet, zeigt die Absurdität des System im Alltag. Bolivien ist ein Land, in dem unsere europäischen Augen sich an vielen Stellen etwas mehr Einsatz und Sinn für Ordnung/Sauberkeit wünschen. In touristischer Hinsicht fällt es hinter seinen Nachbarn deutlich zurück, so dass außer in einigen touristische Oasen viel an (Lebens-)Qualität für Einwohner und Besucher auf der Strecke bleibt. Andererseits bewahrt es auch mehr kulturelle Identität und Ursprünglichkeit.