Nach Medellin steuern wir das nächste ehemalige Drogenkartell an: Cali. Sabrina kennt dort Christoph Weith, den sie in Mexiko kennen gelernt hat. Er arbeitet jetzt an der deutschen Schule in Cali. Wir haben ihm ein paar seiner Bücher und etwas Küchenkrimskrams aus Deutschland mitgebracht, dafür dürfen wir sein Bettchen in Beschlag nehmen. Vielen Dank dafür noch einmal! Cali ist ein Meltingpot der kulturellen Einflüsse, unglaublich wuselig und die "Haupstadt des Salsa". Besonders schöne Sehenswürdigkeiten reihen sich hier nicht aneinander, so dass es uns auch nicht schwer fällt, geruhsam die Zeit im Einkaufszentrum zu verbummeln (Jasper bekommt neue Schuhe, Sabrina scharwenzelt in den Geschäften und Markus muss nicht tanzen). Nach zwei Tagen fahren wir an Zuckerrohrfeldern und lustigen Fahrzeugen vorbei nach Popayan. Diese wunderbare Kolonialstadt mit ihren weißen Häusern und schönen Kirchen hat nur einen Makel: Wir finden keinen Campingplatz, so dass wir nachmittags weiterfahren und ca. eine Stunde später vor etwas abseits gelegenen Thermalquellen unseren Ben abstellen. Die Erlaubnis für das Campen erhalten wir durch den Erwerb von zwei Tickets für diese etwas nach Eiersalat riechenden, wohl temperierten Badegelegenheiten. Wir fallen den anderen Gästen schnell auf, so dass wir ruckzuck zwei kolumbianische Rum kippen. Von weiteren Getränken sehen wir ab, da wir in den Augen eines anderen Gastes die deutlich alkoholisierte Seele erblicken können: "Wuär do yo kamm fromm?" An dieser Stelle grüßen wir unsere Kolleginnen und Kollegen in Marienau, deren Schulalltag jetzt wieder beginnen dürfte.
Eine Tour durch Südamerika! Mit unserem blauen Bus starten wir in eine Reise voller Erlebnisse und Begegnungen. Von Cartagena in Kolumbien führt uns die Route durch Ecuador, Peru, Bolivien, Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Brasilien, bis sie letzten Endes in Montevideo endet. Wir, das sind Sabrina, Markus und Jasper, freuen uns auf unsere große Reise zu dritt!
Cartagena Beach
Freitag, 5. September 2014
Montag, 1. September 2014
Salento - Zona Cafetera
Samstag, 30. August 2014
Schnell weg aus Bogota, auf nach Salento!!!
Nach dem eher miesen Aufenthalt in Bogota sind wir zum hübschen Salento in der Zona Cafetera aufgebrochen. Die Fahrt hierher war überraschend flott, wir sind mit langen Hosen und Pulli bei Nieselregel gestartet und durchquerten dann die Ebene von Ibague, in der es plötzlich brütend heiß wurde. Die Straße war super ausgebaut, zweispurig und ohne die üblichen zahlreichen Schlaglöcher (kann man noch von Schlaglöchern sprechen, wenn fenstergroße Placken in der Straße fehlen?). An dieser Stelle ein Gruß an Claas, in puncto Straßenbau tut sich hier zwar schon einiges, aber da ist noch viel Luft nach oben!
Noch eine Anmerkung zum Fahren in Kolumbien: Um an vielen Stellen die Autos zum langsameren Fahren zu zwingen, gibt es vielerlei Arten von Hubbeln (hochdeutsch vielleicht "absichtlich angebrachte Bodenwellen"?). Man muss echt richtig runterbremsen, langsam drüberhoppeln und dann ganz neu beschleunigen. Unser Gradmesser dafür, einen Hubbel zu rasant genommen zu haben, ist, ob es Nudeln regnet. Die Vorbesitzer von Ben haben im Fach oberhalb der Fahrerkabine offensichtlich Spaghetti gelagert, die Packung hatte wohl ein Leck - und deshalb regnet es zuweilen Nudeln von oben :-)
Noch eine gute Nachricht: Nachdem wir Bogota ohne unser Navi geschafft haben, hat es sich glücklicherweise wieder angefunden! Überflüssig zu erwähnen, dass es an einer Stelle war, die Markus und ich mehrfach umgekrempelt hatten..... Eine neue Kamera ist auch am Start, nachdem unsere alte aus unserer Sicht unfreiwillig den Besitzer gewechselt hat. Todo bien!
Donnerstag, 28. August 2014
Guatavita, Zipaquira und Bogota
Es steht uns eine längere Fahrtstrecke bevor, nach dem geruhsamen Aufenthalt im wunderschönen Villa d. L. "wollen wir in Kultur machen". Natürlich stellt sich immer wieder die Frage, wie Jasper die langen Fahrten aushält. Sehr gut! Bisweilen fängt er lautstark und in recht befremdlichen Frequenzen an zu singen. Seltsamer Weise nimmt unser Navi das zum Anlass, in die Sprachsteuerung zu wechseln (es dauerte etwas, bis wir diesen Zusammenhang herstellen konnten). Unser erster Stopp war ein Kratersee, den die Konquistadoren als sagenumwobenes El Dorado ansahen. Der Aufstieg war mühsam und nasskalt. Der Ausblick ist beim gutem Wetter sicherlich unbeschreiblich. Bleiben wir beim Thema Musik: Der Ort Guatavita erinnert wochentags an das Stück 4,33 von John Cage (nichts los). Daher fuhren wir schnell weg aus dieser Wochenendstadt, um in der Mitte von nirgendwo an einem Fischteich (leider kostenpflichtig) zu nächtigen. Zipaquira widmen wir Herrn Bach. In einem Salzbergwerk wurden unterirdische Kathedralen und Kirchenschiffe erschaffen, die mittels sakraler Musik und Lichtkunst in 200 Metern Tiefe eine beeindruckende Atmosphäre erschaffen. Leider haben wir dort unser Navi (das mit der Sprachliedsteuerung) verbaselt (auf der Suche nach dem Ding haben wir wohl jeden Quadratzentimeter im Bus fünfmal abgesucht und werden das wohl noch weiter tun. Jeder, der seinen Haustürschlüssel im Kühlschrank wiedergefunden hat, weiß, was wir meinen.) und mussten uns irgendwie durch die Großstadt Bogota kämpfen. Irgendwann ging es nicht weiter und wir nahmen ein Taxi als externes Navigationssystem, um zu unserer Unterkunft zu kommen. Bogota widmen wir der Zwölftonmusik von Schönberg. Eventuell künstlerisch wertvoll, aber auch unharmonisch und schwer zu ertragen: Abgase, Lärm, Dreck, dann auch wieder Museen (der Molligen-Fan Botero, Goldmuseum, etc.), die wunderbar sind. Irgendwie erinnert Bogota uns an einen wuseligen Ameisenhügel: lebendig, pulsierend und gar nicht liebenswert. Ach, uns wurde noch unsere Kamera geklaut. Wir besitzen jetzt eine neu Erstandene, die aber in Bogota nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Conclusio: Wir freuen uns auf unsere morgige Weiterreise!
Sonntag, 24. August 2014
Ein Schweizer in Arcobuco.....
... und eine Dorfkneipe in Villa de Leyva
Von Guido und Miriam, den beiden Schweizern, die uns mit ihrem 1968er VW-Bus Gesellschaft geleistet hatten, hatten wir einen Tipp bekommen: Am Marktplatz in Arcobuco gibt es eine Metzgerei, die von Roman aus der Schweiz betrieben wird. Der Tipp war Gold wert, wir haben selten so gutes Essen gegessen, Cordon Bleu und Hamburger vom Feinsten! Das alpenländische Ambiente des Ladens (Erdinger, Bayern-Wimpel etc.) mutet mitten in Kolumbien etwas fremd an, aber es war eine tolle Mittagspause inklusive Führung durch den Betrieb. Weiter geht's nach Villa de Leyva, eine Kleinstadt mit ca. 10.000 Einwohnern, die zum Rumhängen und Bummeln in Läden mit Kunsthandwerk und Touri-Quatsch einlädt. Wir beschließen, hier drei Nächte zu verbringen und die entspannte Atmosphäre zu genießen. Apropos entspannt, den Sonntag könnte man hier in Kolumbien auch Trinktag nennen, denn erstens wissen die Kolumbianer zu feiern (die Musik von der Feier nebenan lief heute morgen bis um 8:00h durch, begleitet von den entsprechend feinem Singsang) und zweitens beginnt man den Sonntag gerne mit einem ausgedehnten Frühschoppen, der sich irgendwie durch den ganzen Tag zieht.
Wir haben - dank Early Bird-Jasper - früh begonnen und waren bei einer Straußen-Farm, die außerdem noch Büffel, Lamas, Ziegen und Ponys zu bieten hatte. Anschließend noch ein fabelhaftes Baumhaus für Kinder in dem Restaurant, in dem wir zu Mittag aßen, ein guter Tag für Jasper. Den Rest des Tages haben wir mit einer Tour durch die an den Ort angrenzende Mini-Wüste und ziellosem Umherstreifen im Ort verbracht. Für Markus ist nun auch alles gut, denn er hat einen Platz mit leckerem Käsekuchen gefunden, ich fand den Schokokuchen super (Markus: "Da wird der Gaumen zur Kathedrale!").
San Gil und Barichara
Wir haben in San Gil in einem Balneario Unterschlupf gefunden. Das ist eine Art Entspannungsgrünfläche mit Pool. Das Wasser ist zwar eisig, der Rastpatz dafür wunderbar. San Gil ist ein nettes kleines Städchen mit einem riesigen Angebot an Abenteuersport, nun denn, es gibt auch Parks zum Schlendern für uns. Zum Geburtstag von Jasper wollen wir nach Barichara. Dieses winzige und schnuckelige Örtchen verspricht maximale Erholung und dazu noch einige nette Lokale - und das erste vegetarische Restaurant, dass uns begegnet.Der Ort ist echt winzig, aber sehr schön, alles gruppiert sich um die große Plaza in der Ortsmitte mit dem großen Ceiba-Baum. An diesen Bäumen fühlt sich ein Pilz sehr wohl, so dass die Bäume aussehen, als hätte Rapunzel hier im hohen Alter sein Haar gelassen. Die große Kirche in Barichara hat endlich ein Problem für das Wachs-Getropfe gefunden: Die Kerzen sind elektrisch und beim Einwurf einer Münze geht das entsprechende Licht an! Jaspers Geburtstag findet in Form einer Poolparty statt. Wir sind auf der Suche nach einer Bleibe auf ein leeres Hotel mit Schwimmmöglichkeit gestoßen und erst durch unseren Ben wurden später noch zwei Schweizer mit ihrem roten VW angelogt, mit denen wir abends noch angenehm plaudern konnten und von denen wir einen gastronomischen Tipp für unseren nächsten Stopp erhielten.
Freitag, 22. August 2014
Fahrt zum Rio Claro
Medellin lassen wir hinter uns, zumindest versuchen wir es. Es erweist sich dieses Mal als recht schwierig die Stadt zu verlassen, doch nach etlichen U-Turns geht es dann doch recht flott voran. Das Ziel ist das Naturreservat Rio Claro, in dem wir die Nacht verbringen wollen. Die größte Freude ist dann aber erst einmal das Bad im Fluss, da die Temperaturen im Bus während der Fahrt sich doch arg erhöhen. Da unser Bus zu groß für den Campingplatz ist, werden wir an ein einsames Plätzchen gelotst, welches uns in der Nacht eine besonderen Geräuschkulisse liefert. Am nächsten Morgen genießen wir unser Frühstück in Urwald-Ambiente, denn auf der anderen Flussseite schwingen sich Affen durch die Bäume. Es folgt die bisher längste Etappe unserer Fahrt, zudem überwindet der Ben ständig Höhenunterschiede bis zu 2000 Meter. Kurz vor unserem Ziel erwischt uns auch noch ein Unwetter, doch die Driver-Lady Sabrina bringt ihre Crew sicher ans Ziel.