Cartagena Beach

Cartagena Beach

Dienstag, 7. Oktober 2014

Chan Chan, Huacas und der Pazifik

Die Fahrt am nordperuanischem Pazifik entlang bietet dem an Ästhetik interessiertem Auge dreierlei: Geröll, Sand und rauchende Müllhaufen. Daher fällt es uns auch leicht, das Gaspedal durchzutreten und Huanchaco anzusteuern. Auf dem Campingplatz bietet sich dann auch gleich eine ganz neue Erfahrung: Overlander aus Deutschland, den USA und Frankreich stehen dort. Dazu stoßen noch die Xenias, die wir seit Ibarra nicht mehr gesehen haben. Unser Ben sieht zwischen all den "Wohnungen auf 4 Reifen" ziemlich klein aus. Die Abende werden geselliger und Jasper findet in Lennard und Elli (den Kindern von Katrin und Ronald aus Berlin) Spielgefährten und Spielzeugtauschpartner, dazu stößt bisweilen die Campingplatzschildkröte. Die obligatorischen Tagesausflüge führen uns zu den Huacas del Sol y de la Luna der Moche aus der Prächimu-Periode (aus Millionen von Lehmziegeln errichtete Pyramiden mit beeindruckenden Wandfriesen), zu dem Ruinen Chan Chan der Chimu aus der Präinka-Periode (die ehemals größte Lehmziegelstadt der Welt mit geschätzten 60000 Einwohnern) und nach Trujillo (eine feine vom sonst nicht gerade als konstruktiven Charakter Francisco Pizarro bekannten um1534 gegründete Kolonialstadt). Zudem gibt es hier auch noch ein paar Surfer aus der Postarbeits-Periode am Pazifik zu beobachten.

Samstag, 4. Oktober 2014

Peru, unsere erste Ranch und reichlich Ruinen

Unser Etappenziel heißt Chachapoyas und ist der Ausgangsort für Touren zu Ausgrabungsstätten, Bergtouren und Wasserfällen. Wir erklären einen Campinglatz auf dem Weg nach Kuelap für zwei Tage zu unserem Domizil, wir haben den ganzen Platz und eine eiskalte Dusche ganz für uns alleine. Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg, die asphaltierte Straße windet sich durch ein fantastisches Tal mit hohen Felsmassiven, einem Fluss und viel Grün drumherum - eine tolle Fahrt! Das ändert sich, als wir auf die Schotterpiste abbiegen, die sich über 40km den Berg hinaufschraubt: Toll ist nun nur noch die Aussicht, aber die folgenden zwei Stunden werden anstrengend und wir werden ordentlich hin- und hergerüttelt. Wir wollten es zu Beginn nicht glauben, aber es braucht tatsächlich irre lang, bis wir an der Festung ankommen. Im Reiseführer steht, dass erstaunlich wenige Touristen hierher kommen, schließlich sei nur die Festung von Machu Picchu als Anlage noch beeindruckender in Peru....nun, wir haben eine Ahnung, dass die schlechte Zugänglichkeit eine Rolle spielen könnte.
Doch wir werden belohnt für den harten Weg, die Festung thront oben auf einem Felsmassiv auf ca. 3000m, wir sind mit nur wenigen anderen dort, da wir relativ früh dort angekommen sind. Sie wurde von 800 bis ca. 1450 n.Chr. von einem Nebelwaldvolk bewohnt, es gab verschiedene Bezirke, die den großen Komplex in einen Tempelbezirk sowie verschiedene Wohnbereiche aufteilt.
Auch in unserem nächsten Ziel werden wir wieder atemberaubende Werke früherer Hochkulturen bestaunen können, dafür müssen wir aber erst einmal einen langen Ritt durch vornehmlich trockene Andenausläufer bewältigen, der uns schließlich auf die Ranch von Andrea führt. Pferde, Hühner, Hunde, Katzen, Gänse erfreuen nicht nur das Herz von Jasper. Von hier aus starten wir unsere Exkursion zu den (von Regen und Wind erodierten) 26 Pyramiden von Tucumé. Da die Götter in den Bergen wohnen, mussten die Herrscher natürlich auf bergähnlichen Pyramiden thronen, um den Göttern zu huldigen. Nach Katastrophen (z.B. dem Wetterphänomen El Niño) wurde die Pyramide verlassen und durch Feuer vom Unheil gereinigt; die Herrscher hatte versagt, das Volk und das Leben in der Stadt zu beschützen. Natürlich musste dann die nächste Pyramide aus Millionen Lehmziegeln errichtet werden. In einer dieser Pyramiden (in Sipán) wurden Grabstätten gefunden, die wir uns im Museum von Lambayeque anschauen konnten. Neben Gold, Schmuckstücken, Tonkrügen und Tieren wurden dem Herrscher auch Gefolgsleute, seine Frauen und Kinder als Grabbeigaben mitgegeben.
Als nächstes Ziel wartet dann noch etwas weniger Morbides, der größte sogenannte Trockenwald der Welt, auch wieder mit dem einen oder anderen Pyramidenrest.

Sonntag, 28. September 2014

Alt werden in Vilcabamba und "Servus Ecuador"

Bevor wir Ecuador verlassen, wollen wir uns noch einmal "energetisch" auftanken. Und da bietet sich das kleine Örtchen Vilcabamba an, schließlich wirbt es mit dem Slogan "der Ort der Hundertjährigen". Die Uhren laufen hier in der Tat recht gemächlich und wir fühlen una auch noch in unserem Hostel sehr, sehr wohl. Sabrina nutzt das Yoga-Angebot und bis auf einen etwas quengeligen jungen lindo pequeño kommen wir unserem Erholungsziel doch ziemlich nahe. Die folgende Fahrt zum (nicht gerade Haupt-) Grenzort verlangt dann auch viel unserer Leistungsfähigkeit. Die vom Regen aufgeweichte Ralleystraße wird von etlichen Baufahrzeugen noch einmal umgegraben, so dass unser Ben schlingert und rutscht und an so mancher Steigung fast an seine Leistungsgrenze stößt. Doch wir haben es geschafft und sind jetzt in Peru angekommen, wo es wohl einiges an alten Ruinenstätten für uns zu besichtigen gibt. Als Begrüßungsanblick bot sich uns erst einmal die gesammte Grenzabordnung beim Volleyballspiel. Das Spiel wurde dann aber für unsere Abfertigung kurz unterbrochen.
Conclusio Ecuador: Es hat uns ausnehmend gut hier gefallen. Die Spritpreise sind ein Traum, die Ecuadorianer sehr freundlich, die Landschaft an vielen Orten wunderschön und die Straßen (bis auf die letzte Fahrt) in einem sehr guten Zustand. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir irgendwann noch einmal hierher kommen werden.
Und nun: Peru! Es ist auf jeden Fall ein großes Land, das uns bislang mit guten Straßenverhältnissen empfängt, und das ist auch notwendig, denn Peru ist groß und erwartet uns mit viiielen Stunden on the road. Nach einem kurzen Übernachtungsstopp in San Ignacio (recht nah an der Grenze und ein gutes Etappenziel) erreichen wir unser nächstes Ziel Chachapoyas. Ein nettes Städtchen mit allem, was man braucht: Panaderias, Ferreterias, wo man die vorgeschriebenen rot-weißen Reflexionsstreifen für den Ben kaufen kann, Kuchenläden und vor allem die Nähe zur Festung "Kuelap".

Donnerstag, 25. September 2014

Ein kurzer Stopp in Cuenca

Nach userem langen Aufenthalt in Baños sind wir nach Cuenca gefahren, und die Faht war sehr besonders: Erstens war Jaspers Laune sagenhaft schlecht und eine Kleinigkeit reichte aus, einen minutenlangen Heul- und Wutanfall auszulösen - ein Traum! Zweitens war die Landschaft echt beeindruckend. Um euch einen Eindruck davon zu vermitteln, habe ich schön durch meine Sonnenbrille fotografiert, da wirken die Farben noch besser: Weite Hochebenen, viele Berge, tiefe Täler und eine kurvenreiche Streckenführung der Panamericana. Unser Ziel ist Cuenca, eine Kolonialstadt mit ca. 600 000 Einwohnern auf 2.500 m Höhe. Am Tag der Ankunft machen wir nicht mehr viel, wir campieren bei Umberto und seiner Frau Maria, ersterer kann ein wenig deutsch und nimmt Jaspers schlechte Laune sehr gelassen. Zu Jaspers Verteidigung sei gesagt, dass er ein bißchen angeschlagen ist und wenig Appetit hat, aber die Heulfrequenz ist wirklich unglaublich hoch.
Am nächsten Morgen sieht die Welt besser aus, auch für Jasper. Wir schlendern durch die schöne Stadt mit Kopfsteinpflaster-Straßen, tollen Plätzen und einer riesigen Kathedrale. Der Abstecher ins anthropologische Museum, der uns nahe gelegt worden war, erfüllt unsere Erwartungen nicht, macht nix, dafür findet sich in der Espressobar 'Goza' zur Entschädigung ein hervorragender Maracuja-Cheesecake. Frisch gestärkt setzen wir uns in den Panoramabus zur Stadtrundfahrt, die zwar überhaupt nicht informativ, aber erholsam schön ist. Zurück bei Umberto dreht Jasper noch einige Runden mit seinem geliebten Laufrad (ja, es geht im deutlich besser und uns auch!), und nachdem Umberto uns fast zu oft nahegelegt hat, seine Küche liebend gern zum Kochen zu nutzen, folgen wir seinem Angebot, das eher den Charakter einer dringenden Empfehlung hatte. So wuseln wir mit Maria in der Küche rum, die selbst Müsli herstellt. Sie bietet Jasper und mir eine Kostprobe an und es schmeckt wirklich köstlich - so köstlich, dass Jasper sich ein Schälchen schnappt und nach mehr fragt! Nach einem leckeren Abendessen und dem Kauf eines Beutels selbstgemachten Müslis beenden wir den Tag und werden morgen zu unserer lezen Station in Ecuador, Vilcabamba, aufbrechen. Gute Nacht!

Sonntag, 21. September 2014

Etwas lernen in Riobamba und Baños de Agua Santa

Auf der Allee der Vulkane (die Namensgebung stammt von Humboldt) fahren wir nach Riobamba und die Stadt entpuppt sich als eine einzige Friteuse, sprich es gibt endlos viele Lokale, die Frittiertes anbieten, allen voran natürlich Hähnchen in allen Variationen. Wer möchte, hat hier auch die Gelegenheit hornado (im Ganzen gebratenes Schwein) oder Cuy (Meerschweinchen) zu sich zu nehmen. Nachdem wir unseren Ben bei  Riobamba Inn geparkt haben, das uns für eine Nacht beherbergen wird, haben wir Zeit für die Stadt. Außerdem haben wir schon das Ticket für den Ausflug am nächsten besorgt: Die Fahrt mit dem Autoferro zum Chimborazo, dem höchsten Vulkan/Berg Ecuadors mit über 6000m! Der "Zug" sieht ein bißchen wie der Delorian aus 'Zurück in die Zunkunft' aus und sorgt vor allem bei Jasper für große Vorfreude. Am nächsten Morgen geht's um 8 Uhr los, warme Jacken im Gepäck und begleitet von vier entfesselten Enduro-Fahrern, die entlang der Bahnstrecke die Bahnübergänge sichern. Sie brettern also gleich einem Tanzquartet in einer rasanten Choreographie immer vorweg und sorgen dafür, dass die Strecke frei ist und die Autos sicher halten. Oben angekommen werden wir mit Empanadas und Kaffee begrüßt und wir lernen Balthazar Ushka kennen, dem letzten Eismann vom  Chimborazo. (Fast) jeden Tag geht der 76jährige hoch zum eisigen Berg um Eisblöcke zu schlagen, diese in große Grasbündel einzuwickeln und diese dann per Esel und Pickup in die Stadt zu transportieren. Früher ging er mit einer Gruppe von 15-20 Männern zum Eisschlagen, heute ist er der einzig Verbliebene. Auf der Fahrt haben wir auch gelernt, dass es deshalb in fast jeder Stadt eine Straße namens Garcia Moreno gibt, weil er maßgeblich den Bau der Panamericana voran gerrieben hat und auch für den Bau der Eisenbahnlinien in Ecuador verantwortlich war. Erstaunlicherweise säumen die Bahnstrecke unendlich viele Eukalyptusbäume - die wurden beim Bau der Strecke angepflanzt, weil es eine Moskitoplage gab und die Bäume durch ihren hohen Wasservebrauch dafür sorgten, dass der Boden trockengelegt wurde und somit die Moskitos nicht mehr dort leben konnten. Nach einem super Mora-(Chimborazo)-Eis (denn Brombeere ist hier allgegenwärtig, kein Scherz!) haben wir noch ein bißchen freie Zeit zum Rumschlendern, bis der Delorian uns zurück nach Riobamba bringt. Dort stärken wir uns  mit einem leckeren Almuerzo (abgesehen vom Hühnerfuß als Geschmacksgrundlage in der Suppe), bevor wir die ca. 1,5stündige Fahrt nach Baños de Agua Santa antreten.


Die nächsten Tage sollen ein wenig der Regeneration dienen: Wäsche waschen, Fahrrad fahren, die kommenden Ziele planen, etc. Baños scheint hierfür ganz gut geeignet. Das milde Klima ist ein guter Ausgleich zu den letzten Orten, die uns abwechselnd frieren und schwitzen ließen. Zudem gibt es hier recht viele Touristen, die zu einem umfangreichen Versorgungsabgebot führten, welches auch wir gerne in Anspruch nehmen. Wir gehen ins Schwimmbad (weil die Agua Termales am Wochenende überrant sind), wo man lustige Badekappen tragen muss, und leihen uns für einen Tag Mountainbikes aus, um mit ihnen die Ruta de las Cascadas abzufahren. Jasper ist begeistert und lässt sich gerne bergauf, bergab  durch die Gegend fahren. Den Abschluss des Sporttages machen wir beim großen Baumhaus auf 2.600m, wo man mit einer großen Schaukel in die Wolken schwingt.
Baños liegt direkt am Vulkan Tungurahua (ca. 5000m hoch), den bzw. die man auch fleißig rumpeln hört und der oder die eigentlich immer eine Rauchfahne aus dem Krater steigen lässt. Auf unserer Fahrt zum Chimborazo habe wir eine kleine Geschichte dazu gehört: Um den höchsten Berg, den Chimborazo, gibt es eine Reihe anderer Berge und Vulkane, die kleiner sind und mehrfach gezackte Spitzen haben anstelle von einem einzigen Gipfel. Die Geschichte sagt - quasi "Gala"-Vulkan-Edition - , dass der männliche Chimborazo eine Liaison mit der weiblichen Tungurahua hatte. Nach einiger Zeit ließ diese sich aber auch mit anderen "Männern", wie z.B. dem Vulkan El Altar, ein. Als der deutlich größere Chimborazo davon erfuhr, schlug er als typischer Prinz-August-Verschnitt dem kleineren El Altar gehörig die Knabberleiste ein. Daher fehlt also der schöne Kraterrand. Was das neuerliche Rauchen der Tungurahua zu bedeuten hat, steht dann wohl in der nächsten Vulkan-Gala.
Nachtrag: Bei der Fundacion Arte Del Mundo in Banjos konnten wir die ersten unserer im Vorfeld der Reise eingesammelten Fußball-Outfits einem guten Zweck zukommen lassen.

Samstag, 20. September 2014

Wie geil ist das denn?

Die Nacht war doch recht kühl und der morgendliche Kaffee daher umso belebender. Unser Navi leitet uns zum Abschied noch einmal ganz um Quito herum, bevor wir uns auf die Fahrt zum Cotopaxi machen. Doch auch diese Anfahrt gestaltet sich etwas schwieriger, da wir erst auf gesperrte Straßen treffen und dann auf Straßen landen, die man besser hätte sperren sollen. Letzten Endes erreichen wir unsere Unterkunft Secret Garden (der Weg dorthin erscheint in der Tat ein großes Geheimnis zu sein). Und dieser Stellplatz ist wohl das Beste, was wir auf unserer Fahrt haben werden: ein gigantischer Ausblick, leckerstes Essen, gesellige Runden am Kamin, ein Whirlpool und ein Bioplumpsklo mit Blick auf den fast 5900 Meter hohen schneebedeckten Cotopaxi.
Am nächsten Morgen geht es (man muss schon sagen leider!) wieder los, um zum Markt nach Saquisili zu fahren. Zwischen Schweineköpfen, Kartoffeln und allerlei Haushaltsartikeln entdecken wir eine (hoffentlich wirklich) Alpaca-Decke, die wir für die nächsten kalten Nächte "erhandeln". Weiter geht es zur Laguna Quilotao, wo wir wohl das letzte Bild machen, bevor die Himmelsschleusen geöffnet werden und die Welt unter zu gehen droht. Folglich steuern wir lediglich irgendeinen Platz neben der Straße (vor einer Panaderia) an, um nicht weggeschwemmt zu werden.

Freitag, 19. September 2014

Wissenswertes über Kakao

Unser Besuch bei El Quetzal in Mindo bringt uns den Kakao und die Verarbeitung zu Schokolade näher. Der Kakao aus Ecuador gilt als sehr aromatisch und gut, stellt aber auf dem Weltmarkt eine eher kleine Größe dar, verglichen mit Afrika beispielsweise. Der Kakao wächst in den warmen Ecken Ecuadors, also aus der Amazonas-Region, die Baumvarianten hier heißen 'nacional' oder 'criollo' ein ausgewachsener Baum bringt im Jahr 40-50 Früchte (große Kakao-Schoten, die geerntet werden, wenn sie gelb sind). Die Früchte wachsen überall am Baum, auch am Stamm, was irgendwie lustig aussieht. Die älteren grünen Bĺätter haben die Fähigkeit, sich bis zu 90° aufrichten zu können, um die darunter liegenden roten, jüngeren Blätter und die Schoten vor der Sonne zu schützen. Wenn die reifen Schoten geerntet werden, sehen die Bohnen im Inneren irgendwie schleimig nass aus. Sie werden 9 Tage lang in drei verschiedenen Becken fermentiert und anschließend 7-20 Tage (abhängig vom Wetter) zum Trocknen ausgelegt. Danach werden mit einer Maschine die Schalen der einzelnen Bohnen aufgebrochen, so dass man die "Nibs of Chocolate" von den Schalen mittels Windmaschine trennen kann. Weiter geht's im Hot Room, wo die Nibs gemahlen werden, wobei flüssige Rohschokolade und Kakaobutter entstehen. Durch eine große Presse mit ordentlich Druck wird die Butter von der Schokolade separiert, wobei erstere dann z.B. als Kosmetikprodukt abgepackt wird.
Die Rohschokolade wird fortan fleißig gerührt um sie richtig cremig flüssig zu machen und Jugo de caña (Zuckerrohrsaft) zugeführt. Die flüssige Masse wird im Cold Room auf dem Marmortisch weiterbearbeitet. Wenn sie bei 20°C stabil ist (die Zuckerkristalle müssen sich irgendwie gleich ausrichten, damit die Schoki nachher nicht häßliche weiße Stellen mit Blasen bekommt). Bis hierher wurde der dunklen Schokolade noch nichts weiter als das Zuckerrohr hinzugefügt, das ändert sich jetzt: El Quetzal fügt selbst angebauten Ingwer, Chili oder gemahlenen Kaffee hinzu, um Geschmacksvarianten zu erzeugen. Die Schokolade mit 77% Kakaoanteil hat den genannten Prozentsatz an Kakao und 23% Zucker; im Gegensatz zur Milchschokolade enthält dunkle Schokolade also deutlich weniger Zucker, da bei Milchschokolade der Kakaoanteil niedrig ist und außerdem sowohl Zucker als auch Milch mit Milchzucker zugemischt werden.

Die anderen Bestandteile der Pflanze, sprich die getrockneten Schalen, werden entweder für die Zubereitung von Tee verwendet oder als Streu für den Boden im Trockenhaus genutzt, um Feuchtigkeit aus der Luft zu absorbieren. Ähnlich wie bei der Kaffeefinca von Don Elias geht es auch hier darum, die ganze Pflanze zu nutzen. Und nicht zu vergessen ist, dass die Schokolade seeehr lecker schmeckt!